Geschrieben von
Florian W.
Veröffentlicht am
12.5.2026
Als große Basketballfamilie müssen wir leider auch immer wieder von liebgewonnenen Wegbegleitern Abschied nehmen. Nachdem Bernd Belusa im Februar verstorben ist, erwiesen ihm bei der Trauerfeier viele ehemalige und aktive BGZ-Mitglieder die letzte Ehre. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.
Über viele Jahrzehnte war Bernd ein fester Teil der BG Zehlendorf. Viele Mitglieder und ehemalige Weggefährten verbinden mit ihm seine große Verbundenheit zum Basketball in Zehlendorf. Einer davon ist Florian Witte. Hier teilt er seine ganz persönliche Geschichte mit Bernd Belusa...
Du bist älter als 40 und erinnern sich noch an Ihren Sportlehrer aus der Grundschule? Wahrscheinlich nicht …
Reckturnen, Völkerball und Bundesjugendspiele sind in der Regel nichts, was uns länger prägt als bis zu den nächsten Ferien.
In meinem Fall war das ganz anders. Bei mir hat der Sportlehrer das Leben verändert. Das ist meine Geschichte von Bernd „Herby“ Belusa. Dem Mann, dem ich ganz viel verdanke – und einem dieser stillen Helden der BG Zehlendorf.
Als ich 1993 in der 3c der „Grundschule unter den Kastanien“ in die Basketball-AG ging, hatte ich nicht viele Erwartungen. Klassische Verlegenheitswahl. Hochgradig untalentiert im Fußball, viel zu langsam für Leichtathletik und zu mopsig fürs Turnen. Dann eben Basketball. Das kann sicher keiner richtig gut.
Weil ich wahrscheinlich öfter das Brett traf als die anderen Grundschüler, fragte er mich irgendwann, ob ich nicht mal zum Vereinstraining nach Zehlendorf kommen wolle. Seine Söhne würden auch dort spielen, ich könne ja mal vorbeikommen. Es sollte mein Leben bis heute prägen.
Zehn Jahre spielte ich für die BGZ: Mini-, D-, C- und B-Jugend und später U20. Wenn ich an meine Kindheit und Jugend denke, denke ich an Basketball. Etwas anderes gab es da nicht. Fast immer dabei: „Herby“ (von HErr BElusa).
In seinem roten Opel-Kombi ging es zu den Auswärtsspielen. Oft waren wir sechs Jungs (zwei im Kofferraum) im Auto. 9:30 Uhr in Hermsdorf oder Marzahn? Ostdeutsche Meisterschaften in Halle? Norddeutsche in Wolfenbüttel? Für Herby alles selbstverständlich. Nach den Spielen gab es im Auto ausführliche Nachbesprechungen. Wer Lob von Herby bekam, hatte es verdient. Wer Murks spielte, bekam das auch zu hören. Besonders sein Sohn Ben, den er immer einen Tick kritischer sah als alle anderen. Obwohl Herby nie eine offizielle Funktion hatte, war er für unsere Mannschaften wichtiger als viele Trainer.
Das Haus der Belusas in Düppel war regelmäßiger Treffpunkt vor und nach Spielen, Location für Feiern, Übernachtungspartys oder einfach nur so. Für viele Spieler der BGZ-Jahrgänge 83 und 82 wurde es ein zweites Zuhause. Erste Bierchen in Bens Zimmer oder eine heimliche Zigarette bei Basti – bei den Belusas wurde ich irgendwie erwachsen. Meine Eltern waren immer beruhigt, schließlich war ich ja bei meinem Lehrer …
2004 hörte ich mit dem Basketball auf und wurde Sportjournalist. Den Job bekam ich nur, weil die Zeitung damals einen Basketball-Reporter suchte. Damit kannte ich mich ja aus. Meinen Job, die meisten meiner engen Freunde, meinen besten Freund (ohne den ich meine Frau nicht kennengelernt hätte), meine Faszination für Basketball – all diese Dinge, die ich an meinem Leben so liebe, hätte ich heute nicht, wenn mich Herby damals nicht zur BGZ geholt hätte.
Herby starb am 19. Februar 2026.
Ich habe mich nie für all das bei ihm bedankt.
Statt Blumen bat seine Familie um Spenden für die BGZ-Jugend.
Ein stiller Held. Für mich und die BGZ.


